Was sind Spiegelneuronen?

Beeinflussen unsere Spiegelneuronen im Gehirn den Messeerfolg? Werden durch wirksame Messeshows die Spiegelneuronen der Messebesucher positiv aktiviert? Was sind überhaupt Spiegelneuronen?

 

Damit die Messebesucher in eine Präsentation positiv aktiviert und eingebunden werden können, müssen diese einigermaßen entspannt sein. Denn bei Stress will man eigentlich nur noch seine Ruhe und wirklich keine Informationen über neue Angebote. Wie aber erhält man entspannte Zuhörer?

Schauspieler verwenden eine einfache wirksame Technik: Wenn Sie zwei oder dreimal tief einatmen entspannen Sie sich selbst.  Und diese Entspannung überträgt sich auf Ihr Publikum auf Ihr Gegenüber. Ganz automatisch. Aus der Praxis weiß ich, dass diese Technik in der Regel funktioniert, aber eine Begründung konnte mir niemand geben ….

Bis ich bei den Neurowissenschaften gelandet bin, genauer gesagt bei den Spiegelneuronen. Entdeckt von Prof. Rizzolatti aus Parma im Jahre 1995.

Die Arbeitsweise dieser Neuronen bietet auf biologischer Ebene Erklärungsansätze für Resonanzphänomene im Alltag: Warum fühle ich, was Du fühlst? Warum beobachten wir was andere beobachten? Wie wird ein intuitives gegenseitiges Verstehen erzeugt? Wie entsteht zwischenmenschliche Resonanz?

Und da im Zentrum jeder Messe das Messegespräch die Interaktion mit Menschen steht, kann das Verständnis über die Wirkungsweise der Spiegelneuronen uns möglicherweise helfen, den Messedialog erfolgreicher und entspannter zu gestalten.

Doch was sind jetzt Spiegelneuronen? Sie sind spezialisierte Nervenzellen im Gehirn. Vereinfacht formuliert kann man sagen: Spiegelnervenzellen spiegeln die Handlungen und Emotionen unseres Gegenüber. Sie sind also Simulatoren für das was andere tun. D.h. wenn ich etwas tue, z.B. einen Stift mit der Hand bewege und Sie zusehen, werden in Ihrem Kopf die für diese Handlung zuständigen Spiegelneuronen aktiv.

„Der Vorgang der Spiegelung passiert simultan unwillkürlich und ohne jedes Nachdenken. Von der wahrgenommenen Handlung wird eine interne neuronale Kopie hergestellt, so, als vollzöge der Beobachter die Handlung selbst. „, sagt Prof. Joachim Bauer aus Freiburg.

Jeder von Ihnen kennt eine Situation, in der Sie von einem Menschen angelächelt werden, aber irgendwie enststeht gleichzeitig ein ungemütliches Gefühl in Ihnen, der Eindruck  dass etwas falsch ist. „Spiegelungen machen Situationen – ob im Guten oder im Schlechten – vorhersehbar. Sie erzeugen ein Gefühl, das wir Intuition nennen und das uns ahnen lässt, was kommen könnte.“, so Prof. Bauer.

In den nächsten kostenlosen Messebriefen berichte ich über einige dieser Spiegelphänomene. Von denen ich denke, dass sie hilfreich für den Messedialog sind. Quellen werden u.a. Bücher sein von Prof. Dr. Bauer, von Prof. Dr. Spitzer, von Bas Kast und Giacomo Rizzolatti.