Mobile Marketing auf Messen…

Professor LuppoldProfessor Stefan Luppold ist Dekan der Fakultät „Service Industries“ an der Karlshochschule International University (www.karlshochschule.de) in Karlsruhe. Er verantwortet u.a. den Studiengang „Messe-, Kongress- und Eventmanagement“. Studienganginfos.

In einem Seminar an der „Karlshochschule International University“ wurde im Jahr 2008 insbesondere die Frage untersucht, wie modernes Controlling von Ausstellern ganzheitlich und mit qualitativen Element eingesetzt werden kann. Nicht allein der wirtschaftliche Druck zwingt zu mehr Transparenz – es war schon immer Bestandteil wirtschaftlichen Handelns, den Einsatz von personellen und materiellen Ressourcen zu optimieren!

Als ein wesentliches Problemfeld zeigte sich dabei die Tatsache, dass die Festlegung von Zielen – als Grundlage für ein integriertes Controlling-System – oft undifferenziert, spät oder nur sehr oberflächlich erfolgt. Vielfach können auch Fragen nach dem Erfolg einer Messebeteiligung nicht beantwortet werden, weil das dazu notwendige Datenmaterial fehlt!

Wird schon bei den ersten Planungs-Sitzungen für eine anstehende Messebeteiligung über mehr als nur Quadratmeter und Catering gesprochen, dann steht genau hier, an der richtigen Stelle im Ablauf einer Messeplanung, der wichtige Fragekomplex:
Was wollen wir, wie erreichen wir es, wie können wir den Prozess der Zielerreichung absichern und schließlich den Gesamterfolg messen!?

Eine Konzentration der verfügbaren Experten am Messestand auf Gespräche mit Besuchern, die im Entscheidungsprozess schon weit fortgeschritten und möglicherweise kurz vor einer abschließenden Beauftragung sind, geht vor dem Smalltalk mit zufällig vorbei kommenden Interessenten – oder? Welche Gruppen gibt es (mehr als typisch klassifiziert in Kunden/Interessenten oder A/B/C!) und welche Informationsbedürfnisse bringen Sie mit – und wie können wir diese befriedigen?

Mobile Marketing als Technologie orientierte Form einer Ansprache oder sogar Interaktion kann hier mit in Betracht gezogen werden. Die Verwendung von drahtloser Kommunikation bzw. mobilen Endgeräten ist nicht neu, wird aber bislang nur vereinzelt bei Messen eingesetzt. Besucher können mit ihren Mobiltelefonen Informationen abrufen, an Gewinnspielen teilnehmen, sich Zutritt zu besonders abgegrenzten Bereichen verschaffen, Gutscheine einlösen etc.

Veranstaltungsplaner sehen Mobile Marketing in der Regel als spielerischen Ansatz, um Besucher auf einen Stand aufmerksam zu machen oder einen ersten Transfer von Informationen zu organisieren. Der Messe-Controller betrachtet dies jedoch aus weiteren Perspektiven:

  1. Mobile Marketing ist ein Kommunikationskanal, der integrierter Bestandteil der Messebeteiligung – mit besonderem Blick auf die Ziele bzw. Zielgruppen und deren Informationsbedürfnisse – ist!
  2. Mobile Marketing ist eine Ressource, die mit Kosten bewertet wird und deren Beitrag zum Erfolg genauso kritisch analysiert werden muss, wie das bei den Faktoren Standgröße, Standpersonal, Gastkarten etc. erfolgen sollte.

Die Chillout-Lounge im zweiten Stock unseres Messe-Standes, mit Getränken, Snacks und WLAN, nur für ausgewählte Top-Entscheider, durch Präsentation des vorher zugesandten 3D-Barcodes auf dem Mobiltelefon zugänglich – und eine Stimme begrüßt beim Passieren des Scanners mit den Worten: „Willkommen Herr Kolb, Sie hatten hoffentlich eine gute Anreise aus Ulm!“

Karlsruhe, 26. Juli 2009 / Prof. Stefan Luppold

Zum Autor:
Professor Stefan Luppold arbeitet seit mehr als 20 Jahren in der Veranstaltungswirtschaft. Auf der Basis seiner internationalen Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Kongress- und Messeorganisatoren, Veranstaltungs- und Kultureinrichtungen sowie verschiedenen Dienstleistern und wichtigen Verbänden der Branche leitet er als Dekan an der Karlshochschule International University (www.karlshochschule.de) die Fakultät „Service Industries“ und ist dort auch für den Studiengang „Messe-, Kongress- und Eventmanagement“ verantwortlich.

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